Heimatverein Altes Amt Eicklingen

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Radtour am 8.Juni '23

Radfahrer zwischen Sofas und Prozessoren

Oh, im Container für Metallreste liegt tief unten ein schönes Kinderrad! Opa könnte es für die Enkelin reparieren – wenn es denn erreichbar wäre. Etwas weiter, im Müllcontainer für Holzreste, sogar ein Schlitten! An dem wahrhaft heißen Donnerstag an Schnee zu denken – irgendwie absurd beim Ortstermin in Celle

Die diesjährige Fahrradtour des Heimatvereins führte über Nebenwege zur Abfallentsorgungsanlage Altencelle. 40 Teilnehmer zählte der Vereinsvorsitzende Erhard Köneke. Die Radfahrer wurden nach einer kurzen Einführung im Versammlungsraum des Abfallzweckverbandes in zwei Gruppen geteilt. Dr. Petra Kloß (Abfallwirtschaftsberaterin) und Jasmin Walter (Meisterin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft) leiteten die Gruppen in einer zweistündigen Exkursion über das weitläufige Gelände an der Braunschweiger Heerstraße 111. Der vor 23 Jahren gegründete Zweckverband macht 25 Millionen Euro Umsatz, betreut ein gut 1500 Quadratkilometer großes Entsorgungsgebiet, beschäftigt 156 Mitarbeiter und bewegt 48 Fahrzeuge. Der öffentlich-rechtliche Verband ist für 90 000 Haushalte, 160 000 Abfallbehälter und knapp 180 000 Einwohner zuständig. 40 000 Tonnen Abfall werden verbrannt, 60 000 Tonnen als Wertstoffe erfasst.

Den Weg über die Eingangs- und Ausgangswaage für die fällige Gebühr kennt so mancher Eiccklinger, aber weniger, dass zur Sicherheit auch sein Kfz-Zeichen notiert wird. Alles was nicht die eigene Biomülltonne passt wird zum Gartenmüll-Container gebracht, auf der Anlage verarbeitet und als Kompost angeboten. Die Anlage ist ein Umschlagplatz: Manches Wiederverwert- oder Ausschlachtbare wird an zertifizierte Entsorger weitergereicht. Zerlegte Computer zum Beispiel sind höchst interessant, da viele Prozessoren noch absolut leistungsfähig und daher gesucht sind. An den aufgestellten Containern unterscheidet man beispielsweise zwischen „Holz außen“, behandelte Gartenzäune etwa, und „Holz innen“, das in vier Qualitätsstufen sortiert wird. Die Wiederverwertung ist also oberstes Ziel, wenn auch oft nicht möglich. Das alte Sofa ist ebenso Restmüll, wie die alte Glühbirne. Da geht manchem Besucher sozusagen „ein Licht auf“. Auch bei der Fangfrage von Dr. Petra Kloß, wieviel Elektrogräte es pro Haushalt gibt. Na, wieviel? „50 bis 60“ sollen es sein.

Die Gedanken gehen zurück zum schicken Kinderrad. Vielleicht steht demnächst eins im zur Abholung herausgestellten Sperrmüll? Aber Achtung: „Das wäre Diebstahl“. Viel gelernt in diesen zwei Stunden. Die Rückfahrt mit Pause am Allerwehr bei Osterloh endete auf Könekes Hof mit einem gemütlichen Grillabend.

(sff)

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