Vortrag am 19. Januar:
Ein junger Mensch fest im DDR-System

Am 19. Januar berichtet Manuela Keilholz über ihre Kindheit und Jugend in der DDR. Sie hat, 1960 als Kind regimetreuer Eltern in Ostberlin geboren und linientreu erzogen, den SED-Staat lange als normal empfunden. Empfinden müssen: Sie wurde bis zu ihrem Schuleintritt in einem Wochenheim betreut, „lernte sehr früh, dass man keine Fragen zu stellen hat, Widerspruch nicht geduldet ist, Eltern, Lehrer und Erzieher immer Recht hätten“. Schließlich, sagt Keilholz über sich selbst, habe sie „nur noch funktioniert“. Manuela Keilholz beendete die 10. Klasse der polytechnischen Oberschule (POS) mit sehr gutem Abschluss und wäre gern Kindererzieherin geworden. Auf Betreiben der Eltern ging sie aber zur Kriminalpolizei und übernahm dort „das von der SED ständig propagierte Feindbild.“ Nach der Wende geriet sie in eine Krise und macht sich immer noch Vorwürfe: „Warum war ich so blind?“ So lautet auch der Titel ihres Vortrages, den ihr Partner Gerd Keil mit einer PowerPoint-Präsentation begleitet.

Der Heimatverein beschäftigt sich damit zum dritten Mal mit der DDR-Problematik: Im November 2015 schilderte Gerd Keil seine Zeit im Stasi-Knast, 2016 wurde die ehemalige Haftanstalt Hohenschönhausen sowie das Stasi-Museum in Berlin besichtigt, und nun blättert Manuela Keilholz ihre Jugendzeit auf. In der sie im totalitären DDR-System vor allem auch eins war: Opfer.

Ihr Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Gasthaus Schumacher und ist öffentlich: Gäste sind dem Heimatverein herzlich willkommen.

sff

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